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Um mal wieder ein bißchen zu faseln, ein paar Gedanken
zu Futurama und den modernen Simpsons. Gehört zwar eher
nach drtf, aber mir geht es im Text mehr um die Unterschiede
OFF/F3K. Ich werde die Titel von ein paar noch nicht gesendeten
Folgen erwähnen, aber keine Handlung. Futurama sollte
man natürlich nur in der OV ansehen.
Ich habe in letzter Zeit eigentlich vermehrt Futurama geschaut
und dort meist aktuelle 4ACV und die ernsthafteren Folgen
(also Folgen wie "Luck of The Fryish", "Bending
in The Wind", "Parasites Lost", "Godfellas",
"Leelas Homeworld", "Jurassic Bark", "The
Why of Fry").
Was mir dabei auffällt, ist, wie weit sich F3K in solchen
Folgen vom Stil der Simpsons entfernt hat, sogar vom eigenen
Stil der früheren Folgen entfernt hat. Die Folgen sind
oft auffallend ernst, teilweise mit sehr emotionalen Schlüssen
- im positiven ("Luck of The Fryish", "Leelas
Homeworld") wie im brillant-düsteren Sinn ("Jurassic
Bark").
Was auch deutlich ist - es wird mittlerweile auffallend stark
auf die Kontinuität geachtet, zum Teil beziehen sich
Handlungen direkt gleich auf mehrere vorherige Handlungsfäden.
Selbst leichtere Parodien achten auf Kontinuität und
Charakterhandlung und nutzen sie.
Erstaunlich ist ja, daß F3K zum Großteil Autoren
und Produzenten hat, die lange Jahre bei OFF waren. Im Gegensatz
zu aktuellen Simpsons ist es aber bei F3K wohl so, daß
sich die Autoren (und ich sagte es schon öfter) nicht
vor Ernsthaftigkeit und Emotion im Plot "fürchten".
Wo bei OFF alles mit platten Gags und Füllmaterial zugekleistert
wird, um jede zu ernste Situation mit "Fun" zu korrigieren,
gibt es bei F3K noch oft Handlungen *für* die Charaktere
- gerade in den 4ACV. F3K ist in dieser Hinsicht oft da, wo
OFF in den ersten Jahren (und vielleicht S7) war.
Wo sich die Simpsons in den Mainstream "standardisiert"
haben (und den Zuschauern meist genau das bieten, was sie
von einem Cartoon erwarten), ist F3K anders geblieben und
eher noch besser geworden, als in den IMO zu gag-orientieren
ersten beiden Jahren. Wobei auch Eps wie "A Head in The
Polls" absolut brillant sind - das ist politische Satire
von einer Qualität und Klasse, wie wir sie bei OFF seit
"Sideshow Bob Roberts" nicht mehr haben und wohl
auch niemals mehr haben werden.
Ich war anfangs nie ein Fan von Futurama und auch jetzt gibt
es einige Folgen, die ich absolut nicht mag, weil sie mir
zu gemein sind. Am Ende ist Futurama aber zu einer Klasse
aufgelaufen, die in den letzten zwei Jahren ein paar der besten
Dinge gebracht hat, die ich jemals im Trickfilm gesehen habe.
Erstaunlich ist auch, daß gerade jetzt (als Autoren
und Produzenten wohl schon über das Ende der Serie Bescheid
wussten) die hohe Klasse kam. Woran mag das liegen?
Ich würde es auf jeden Fall als klassisches Beispiel
für die großen Probleme der heutigen Medienlandschaft
betrachten, daß F3K nun vorbei ist und OFF in ihrer
modernen Art weiter bejubelt werden. Ernsthaftig keit und
Unterschiedlichkeit hat keine Chance gegen Mainstream.
Chris
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