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Campingurlaub mit Folgen
von Andrea Kotulla

3. Der Angriff



Stunden später schreckt Amy der hoch.
Fröstelnd verschränkt sie die Arme und richtet sich auf. Überrascht rückt sie ein Stück von Hermes weg und schiebt Zoidberg`s Kopf von ihrem Schoß auf eine der Decken.
Dieser schläft ungestört weiter.
Da fällt ihr ein, was sie geweckt hat und sie lauscht angespannt.
Stille. Was soll das? Ich weiß das ich etwas gehört habe.
Wieder wird sie von einem ‚Platsch!' aufgeschreckt. Wachsam springt sie auf die Füße und tastet nach einer Taschenlampe.
Verdammt kalt ist es geworden!
Die übrigen lassen sich durch ihr stummes Fluchen nicht stören.
Doch Amy ist gar nicht wohl zumute. Wieder huscht ihr Blick über das tiefschlafende
Team. Leela liegt noch immer in Fry's Armen und auch die anderen Drei haben
sich jetzt zusammengekuschelt.
Ihnen scheint ebenfalls die Kälte nicht entgangen zu sein, denkt Amy bei sich und
leuchtet vorsichtig die Wasseroberfläche mit der Taschenlampe ab.
Zu viel Akte X gekuckt.. Nur keine Angst.
Trotz innerer Mutzusprüche spürt sie ihren Herzschlag bis zum Hals und überlegt sich,
ob sie vor Angst zittert oder vor Kälte.
Wieder lässt sie den Schein der Lampe übers Wasser wandern.
Doch es bleibt still und der Schein der Lampe wird von kleinen Wellen zurückgeworfen.
Die Toptechnikerin senkt die angespannten Schultern einen Moment und seufzt, als
urplötzlich etwas ihre Schulter berührt.
Mit einem überraschten Aufschrei fährt Amy herum, doch dann erkennt sie Hermes.
Sie schüttelt den Kopf über sich selbst.
"Musst du mich so erschrecken?", wispert sie angespannt, aber froh, dass die anderen
sich nicht aufschrecken haben lassen.
Der klopft ihr beruhigend auf die Schulter und wirft ebenfalls einen Blick auf
das dunkle Wasser. "Was ist denn los?", murmelt er.
"Ich hab' etwas im Wasser gehört." Misstrauisch blickt sie in Richtung der Seeufers.
Und zuckt heftig zusammen. Hermes erstarrt ebenfalls mit Blick zum Wasser.
Oh Gott. Beide scheinen den gleichen Gedanken zu haben und sehen sich an.
Ja, sie träumen nicht. Vor ihnen erhellt sich der See in einem grellen Schein und
merkwürdig aussehenden Schatten steigen aus den Tiefen auf.
Amy weicht wie gelähmt vor Schreck ein paar Schritte zurück.
"FRY! LEELA! BENDER! DR. ZOIDBERG!"
Die übrigen werden von ihrem Geschrei je aus dem Schlaf gerissen.
Leela ist sofort hellwach und greift nach einem Stock.
Man soll niemals ohne Waffe aus dem Haus gehen.
Den Anderen geht es genauso. Auch sie stehen völlig wehrlos dem Unbekannten entgegen.
"In welchem schlechten Sciencefiction-Film sind wir denn hier gelandet?", fragt Bender
und rückt dicht mit Fry zusammen.
Die Crew drängt sich eng nebeneinander, nach der Devise >Gemeinsam sind wir stark.<
Die Gruppe gibt ihnen Sicherheit und die anfängliche Angst wird durch Mut und starken Verteidigungswillen verdrängt.
Fry und Leela halten im Vordergrund Stellung, während Bender, Hermes und Amy
die Flanken der dichtgedrängten Gruppe sichern. Zoidberg hält den Hintergrund frei.
Rücken an Rücken formatiert sich die Crew zu einer Kreisformation, als die alienartigen Schatten aus dem Wasser auf sie zukommen.
"Was wollt ihr von uns?", ruft Bender den unheimlichen Gestalten zu.
Als er keine Antwort bekommt, schnappt er sich spontan einen Stein und schleudert ihn auf die Unbekannten. Die lassen sich allerdings nicht davon beeindrucken.
Als Erwiderung schießt ein leuchtengrüner Energiestrahl auf die kleine Gruppe zu.
"AUSEINANDER!", brüllt Fry und rettet sich und Leela mit einem Hechtsprung
aus der Schußlinie. Auch Amy und Zoidberg gelingt es dem Strahl zu entkommen.
Bender springt und landet mit einem Schmerzensschrei auf der verletzten Hand:"Ohh ich muß das mal reparieren lassen," meckert er mit sich selber. Hermes zerrt ihn aus dem Gefahrenbereich.
Doch nun haben es die unheimlichen Schatten leichter, denn das Team ist in drei Teile
zersplittert. Im Dauerfeuer jagen sie die Crew mit ungewöhnlicher, fast gleichgültiger Ruhe
von einer Deckung bis zur nächsten.
Hinter einem Felsen gönnt sich Bender eine Verschnaufspause und umklammert mit zusammengebissenen Zähnen die verletzte Hand. Da leuchtet erneut ein grüner Blitz auf und Hermes schubst ihn weiter.
Den anderen ergeht es ähnlich.
Fry ist von der Ausweicherei völlig außer Atem. Keuchend sucht er nach einer
Lösung, um gegen ihre Angreifer vorzugehen.
Ohne ihre wachsam wandernden Blicke zu unterbrechen, klopft Leela ihm auf die Schulter.
Instinktiv wirft er sich plötzlich zu Boden, doch für Leela ist es zu spät.
Sie wird von den leuchtenden Strahlen eingehüllt.
"LEELA! NEIN!"
Doch Fry kann ihr trotz aller Verzweiflung nicht helfen. Wieder muss er sich zur
Seite werfen und landet auf einer Metallstange.
Der Pizzajunge hat genug. Als auch Bender von den leuchtenden Fesseln erfasst
wird, geht er in die Offensive und greift an.
Bewaffnet mit der Eisenstange geht er auf die merkwürdigen Wesen los.
Allerdings ohne großen Erfolg. Auch er wird von den Strahlen erfasst.
Keuchend windet er sich in den Fesseln. Mein Gott, wie in einer Schrottpresse.
Immer fester schnüren die Strahlen sich um seinen Körper. Fry gibt auf und
schnappt nach Luft. "Rückzug, Leute! Kümmert euch nicht um uns!", ruft er Hermes, Amy und Zoidberg zu. Zuerst zögern diese, doch dann erkennen sie die Ausichtslosigkeit der Lage und ziehen sich zurück.
Glücklicherweise geben sich die Aliens mit ihren drei Gefangenen zufrieden und verzichten darauf den Rest des Teams zu jagen.
Noch immer fällt Fry das Atmen in den Fesseln schwer, besorgt suchen seine
Augen Leela`s Blick. Die hat ebenfalls jeglichen Widerstand eingestellt und erwidert
seine stumme Frage mit einem festen Blick. Soweit alles in Ordnung.
Er gibt sich damit zufrieden. Was sollte er auch tun?
Bender dagegen sieht gar nicht so gut aus. Fry`s Freund scheint kaum
noch bei Bewusstsein zu sein. Er hängt leblos in den fesselnden Strahlen.
Die Entführer beschließen ebenfalls stumm den Rückzug.
Die Drei schweben in ihren Fesseln auf das Wasser zu.
Immer näher kommen sie dem gleißenden Licht und Fry kneift die Augen zusammen.
Es kann nur ein Albtraum sein. Doch irgendwie ist er sicher, dass es leider doch die
Wirklichkeit ist. Bender hebt schwach den Kopf und Leela unterdrückt ein Zittern.
Alle Drei schließen wegen der Helligkeit die Augen in Erwartung sie nie wieder zu öffnen.

Inzwischen kriechen Amy und die anderen Beiden aus ihren Verstecken hervor.
"Seid ihr alle in Ordnung?", fragt Hermes und mustert Amy und Zoidberg aufmerksam.
Die Beiden nicken und das Erdenmädchen erwidert: "Nur ein paar Kratzer."
Sie reibt sich gedankenverloren die zerschundenen Arme.
"Was machen wir jetzt?", fragt sie und blickt die beiden Jungs ratlos an.
Zoidberg zuckt ebenso ratlos mit den Schultern und Hermes schweigt.
"Zuerst einmal müssen wir uns auf einen weiteren Angriff vorbereiten. Dann müssen wir uns einen Plan ausdenken, um Fry, Leela und Bender zu befreien.", überlegt
Amy dann laut. Da Hermes und Zoidberg keinen besseren Vorschlag haben, packen sie das Lager zusammen und machen sich auf den, wegen des vielen Gepäcks beschwerlichen Weg zum Zeltplatz.
Das Seeufer, welches zum Verhängnis für ihre Teamkameraden war, liegt jetzt wieder
friedlich und ruhig vor ihnen, als wäre nichts geschehen.
Über den Hügeln dämmert es schon und erste Sonnenstrahlen vertreiben die Nacht.
Amy wendet sich von der idyllischen Landschaft ab und schüttelt mit dem Kopf.
Niemand würde glauben, dass so etwas wie heute Nacht hier geschehen sein könnte.
Niemals würde man in einer solchen Umgebung etwas derartig Schlechtes erwarten wie diese Wesen.
Hermes legt kurz einen Arm um sie, ehe er sich das Meiste vom Gepäck aufläd und
losmarschiert. Amy und Zoidberg folgen ihm.




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